<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/">
  <channel>
    <title>notjustsad &amp;mdash; Jumpy&#39;s Blog</title>
    <link>https://blog.jumpfruit.de/tag:notjustsad</link>
    <description></description>
    <pubDate>Tue, 05 May 2026 17:51:39 +0200</pubDate>
    <item>
      <title>Geschichte eines Faulenzers</title>
      <link>https://blog.jumpfruit.de/geschichte-eines-faulenzers</link>
      <description>&lt;![CDATA[span class=&#34;content_warning&#34;CW: Depression, Suizid, Mobbing/span&#xA;&#xA;Dieser Tage .. na gut, eigentlich ständig und zu allen Zeiten, ist ja wieder die Rede davon, dass die Menschen, die Bürger\innengeld oder andere Unterstützung aus unserem Sozialstaat bekommen faul und Abschaum seien. Versager\innen, Tunichtgute, Schmarotzer und viele andere „nette“ Bezeichnungen werden für uns gefunden.&#xA;&#xA;Dass es Millionen Menschen gibt, die arbeiten und trotzdem Unterstützung brauchen, dass es viele pflegende Angehörige und Alleinerziehende trifft, das können andere besser aufbereiten – und haben das ja auch schon vielfach getan.&#xA;&#xA;Ich möchte mich heute an die „Sowas kann mir nie passieren!“-Fraktion wenden und einmal meine Geschichte dazu erzählen.&#xA;&#xA;#EigeneGeschichte #depression #NotJustSad #politik #gesellschaft&#xA;&#xA;!--more--&#xA;&#xA;Vor 2016&#xA;&#xA;Trotz Gewalt in der Kindheit und Jugend, Mobbing und Ausgrenzung, Depression, ADHS und vermutlich auch Autismus habe ich es geschafft mich einigermaßen durchzuboxen. Ich habe zwei Ausbildungen gemacht, 3 Jahre bei der Telekom gearbeitet und dabei sogar Millionenprojekte geplant und beaufsichtigt.&#xA;&#xA;Weil die Telekom ein furchtbar schlechter Arbeitgeber war (und vermutlich noch ist) bin ich dann von dort in das Unternehmen meiner Schwiegereltern gewechselt und habe dort die Leitung des Kundendienstes übernommen. Die Arbeit hat echt Spaß gemacht, das Mobbing durch die Kollegen … nicht so.&#xA;&#xA;Ich hatte im Nebenerwerb noch ein eigenes IT-Unternehmen (Webhosting, TK Anlagen, IT Service), das auch recht gut lief und über das ich etwas Geld für die schönen Dinge des Lebens eingenommen habe. Ich habe quasi 16-18 Stunden jeden Tag gearbeitet.&#xA;&#xA;Ich war verheiratet und unser erstes Kind war etwas unglaublich wundervolles. Zwei Jahre später war dann das Zweite unterwegs. Zu diesem Zeitpunkt ging es mir körperlich immer schlechter. Wenn morgens der Wecker klingelte war mir richtig übel und in der Regel habe ich dann erstmal die Toilette umarmt. Manchmal war es so schlimm, dass ich nicht zur Arbeit konnte.&#xA;&#xA;Dann ging der medizinische Marathon los, aber es kristallisierte sich recht schnell heraus, dass es kein körperliches Problem war. Eine schlecht gemachte Magenspiegelung hat mir dann den Rest gegeben und ich bin einfach zusammengeklappt.&#xA;&#xA;2016&#xA;&#xA;Dieses Jahr war geprägt vom Beginn meiner ambulanten Therapie, der Geburt unseres zweiten Kindes und allen möglichen Leuten, die meinten, ich solle einfach mal in eine Klinik gehen. Nach 6 Wochen wäre dann alles wieder in Ordnung und ich könnte wieder ganz normal arbeiten.&#xA;&#xA;Ich war einfach nur am Ende und konnte mich nur vom Bett zum Rechner und wieder zurück schleppen. An Schlafen war trotzdem nicht zu denken und ich kämpfte sehr mit mir und den Schuldgefühlen, die von allen Seiten verstärkt wurden.&#xA;&#xA;Dann mein erster Klinikaufenthalt. Natürlich war ich da schon im Krankengeld. Aus den 6 veranschlagten Wochen wurden 12 und es wurde auch klar, dass danach nicht wieder alles gut sein würde. Also meldete ich mein Gewerbe ab und kündigte bei meiner Schwiegermutter. Die verstand das überhaupt nicht. Das Bisschen Mobbing … da muss man doch drüber stehen!&#xA;&#xA;Nach der Klinik ging es mir etwas besser und ich machte Pläne für die Zukunft. Ich suchte nach einem neuen Job und versuchte gleichzeitig wieder auf die Beine zu kommen.&#xA;&#xA;2017&#xA;&#xA;Ich fand einen neuen Job. Der war zwar schlecht bezahlt, aber gut hatte ich noch nie verdient. Mein Ziel war das erstmal zu nutzen und mir aus dieser Sicherheit einen neuen Job zu suchen.&#xA;&#xA;Dann trennte sich meine Frau von mir und das Bisschen Boden, dass ich mir hart erarbeitet hatte wurde mir unter den Füßen weggezogen.&#xA;&#xA;Den Rest des Jahres habe ich dann mit Wohnungssuche, Umzug, der Schlammschlacht der Trennung, dem Kampf um jede Minute mit meinen Kindern, meiner schweren Depression und dem ersten Suizidversuch verbracht.&#xA;&#xA;Durch die Trennung waren die beiden Kredite, die wir gemeinsam abbezahlten plötzlich nicht mehr tragbar und ich hatte in meiner Verzweiflung eine neue Wohnung irgendwie einrichten zu müssen weitere Schulden gemacht.&#xA;&#xA;Ich lebte also 3 Wochen im Monat von Reis. Am ersten Tag kochen, am zweiten Tag mit etwas Öl braten. Trotzdem reichte das Geld vorne und hinten nicht, um die Schulden zu zahlen. Erste Pfändungsandrohungen lagen im Briefkasten.&#xA;&#xA;Dann fing mein Arbeitgeber an, das Gehalt nicht mehr voll am 1. auszuzahlen. Es wurde am 1. nur die Hälfte gezahlt und am 15. die zweite Hälfte. Der Chef wollte ja schließlich 3 Mal im Jahr mit seiner Yacht übers Mittelmeer schippern.&#xA;&#xA;Bis dahin hatte ich schon verzweifelt versucht, das Bisschen Geld, das ich hatte immer auf das größte Feuer zu werfen, um es klein zu halten. Ab diesem Punkt war das überhaupt nicht mehr möglich. Und ständig flatterten weitere Dinge ins Haus, die ich bezahlen sollte. Unterhalt für die Kinder z.B. Das Jugendamt war der Meinung ich hätte ja schließlich genug Geld dafür. Rundfunkgebühren. Klar, für etwas was ich gar nicht nutze habe ich definitiv Geld übrig …&#xA;&#xA;2018&#xA;&#xA;Der Briefkasten war voll bis oben hin und ich hatte weder die Kraft, noch die Nerven das Ding jemals wieder zu öffnen. Jedes Klingeln an der Tür lies mich zusammenzucken und der Kühlschrank war immer noch leer.&#xA;&#xA;Über den Jahreswechsel war ich wieder in der Klinik gewesen. Normalerweise hatte die eine Wartezeit von mehreren Monaten. Als die hörten und sahen in welchem Zustand ich war, haben sie mich sofort aufgenommen. Das führte dazu, dass mein Arbeitgeber sich entschied, meinen Vertrag nicht automatisch auf unbefristet zu verlängern.&#xA;&#xA;Also … eigentlich hatte er sich entschieden, den Vertrag da zu beenden und schon angefangen wen neues zu suchen. Dann hatte aber ein Kollege sich für mich eingesetzt und mein Vertrag wurde dann erstmal wieder befristet verlängert. Als ich dann sagte, dass ich einen Schwerbehindertenausweis beantragt habe, war die Antwort: „Das sieht für deine Übernahme dann aber nicht gut aus!“.&#xA;&#xA;Im Mai kam, was kommen musste. Bei einer Sitzung mit meiner ambulanten Therapeutin durfte ich nicht mehr nach hause gehen, sondern musste mit dem von ihr gerufenen Krankenwagen in die Psychiatrie fahren. 6 Wochen geschlossene Station, 9 Wochen offene Station. Mein Zustand bei der Entlassung, war wesentlich schlechter als bei der Aufnahme.&#xA;&#xA;Mir wurde dann eine Traumatherapie in einer Klinik in der Nähe empfohlen, die ich dann auch gemacht habe. Währenddessen kam Post vom Gericht, wegen der Scheidung, die meine Exfrau eingereicht hatte und ich sollte Unterlagen und Dokumente liefern. Außerdem lief mein Krankengeld aus und mir wurde gesagt, dass ich an dem Tag dann zur Arbeitsagentur muss um ALG 1 zu beantragen. Was man mir nicht sagte war, dass man dort dann nur den Antrag ausgedruckt bekommt und wieder gehen darf. Also füllte ich alleine den Antrag aus und schickte ihn ab.&#xA;&#xA;Meinen Vermieter warnte ich vor, dass ich nicht genau wisse, wie lange der Antrag brauchen würde. Am 5. des Monats drohte er mir dann mit Rauswurf, wenn das Geld nicht bis Ende der Woche eingehen würde. Die Arbeitsagentur hatte derweil den Antrag nicht bearbeitet, weil ich ein Kästchen, das auf mich nicht zutraf, nicht angekreuzt hatte. Ich fragte also bei Freunden, ob sie mir meine Miete vorstrecken könnten, damit ich nicht obdachlos würde. Wieder neue Schulden.&#xA;&#xA;Ich wurde dann an meinem Geburtstag aus der Klinik entlassen, hatte weniger als 2€ in der Tasche und einen leeren Kühlschrank. Also saß ich abends in meiner Wohnung, mit knurrendem Magen, habe mir alleine Happy Birthday gesungen und mich dann in den Schlaf geweint.&#xA;&#xA;2019&#xA;&#xA;Anfang des Jahres bekam ich dann einen gesetzlichen Betreuer. Der sichtete Die Unterlagen und kümmerte sich dann erstmal um einige grundlegende Dinge.&#xA;&#xA;Den Kampf meine Kinder sehen zu können hatte ich immer noch. Wenigstens konnte ich den Gerichtsvollzieher, der vor meiner Tür stand mit dem Hinweis auf meinen Betreuer abwimmeln.&#xA;&#xA;Dann ein Brief vom Anwalt meiner Mutter, die plötzlich 5.000€ von mir haben wollte. Dann das Ende von ALG 1 und Übergang in Hartz IV. Wieder dauerte der Antrag ewig und wieder drohte mein Vermieter mit Rauswurf. Im Nachhinein stellte sich raus, dass er mir aus den Nebenkostenabrechnungen der letzten beiden Jahre (die er wohlweislich nicht geschickt hatte) noch anderthalb Monatsmieten schuldete. Dadurch konnte ich diese Katastrophe abwenden.&#xA;&#xA;Dann der nächste Klinikaufenthalt. 12 Mal Elektroschocks ins Gehirn. Erfolg: Nichts.&#xA;&#xA;Mein Betreuer bereitete die Privatinsolvenz vor und es wurde einigermaßen ruhig um meinen Briefkasten, weil die Post dann an den Betreuer ging.&#xA;&#xA;2020&#xA;&#xA;Corona und die ständig wechselnden Regeln ließen meine soziale Phobie explodieren. Ich war nicht einmal mehr fähig zur Waschmaschine im Keller zu gehen … oder zur Mülltonne.&#xA;&#xA;Das Jobcenter machte Telefontermine und ich konnte immer nur sagen, dass es mir noch nicht besser geht. Bis es dann irgendwann hie0, dass Ewerbsminderungsrente beantragt werden soll.&#xA;&#xA;Heute&#xA;&#xA;Heute lebe ich von Erwerbsminderungsrente, muss davon Unterhalt für meine Kinder an die Unterhaltsvorschusskasse zahlen. Außerdem sind in der Insolvenz die Rückstände des Unterhalts nicht aufgelöst wurden. Die muss ich jetzt trotzdem zurück zahlen. Ca. 10 Jahre lang. Damit liege ich jetzt unterhalb des Bürger\*innengeld Satzes und ich kann mir sicher sein, dass selbst wenn es eine Rentenerhöhung geben sollte, dann wird diese vom Unterhalt geschluckt. Der Freibetrag hier ändert sich nämlich nicht.&#xA;&#xA;Es kann verdammt schnell gehen von „Alles ist gut und ich lebe und arbeite so vor mich hin.“ zu „Ich stehe kurz davor unter der Brücke schlafen zu müssen.“&#xA;&#xA;Ich kämpfe immer noch bei jede Einkauf damit, was ich mir leisten kann und was einfach zu teuer ist. Durch den festen Freibetrag beim Unterhalt stoße ich mit dem, was ich zum Leben habe an die Decke, während gleichzeitig alles mögliche teurer wird.&#xA;&#xA;Meine Nebenkosten z.B. Ich habe für 2018 noch knapp 300€ zurück bekommen. Letztes Jahr musste ich nachzahlen. Und das ohne, dass ich heize. Meine Heizung ist immer aus. Mein Durchlauferhitzer fürs Warmwasser steht auf einem Drittel seiner Leistung und ich wasche mir mit kaltem Wasser die Haare, trotzdem habe ich jedes Jahr Angst vor der Stromrechnung.&#xA;&#xA;Gleichzeitig feuert die Regierung und alle anderen da draußen ein Feuerwerk auf Menschen wie mich ab, dass ich mich fühle, als wären sie nur noch einen Schritt davon entfernt, mich einfach an der nächsten Straßenlampe zu lynchen.]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><span class="content_warning">CW: Depression, Suizid, Mobbing</span></p>

<p>Dieser Tage .. na gut, eigentlich ständig und zu allen Zeiten, ist ja wieder die Rede davon, dass die Menschen, die Bürger*innengeld oder andere Unterstützung aus unserem Sozialstaat bekommen faul und Abschaum seien. Versager*innen, Tunichtgute, Schmarotzer und viele andere „nette“ Bezeichnungen werden für uns gefunden.</p>

<p>Dass es Millionen Menschen gibt, die arbeiten und trotzdem Unterstützung brauchen, dass es viele pflegende Angehörige und Alleinerziehende trifft, das können andere besser aufbereiten – und haben das ja auch schon vielfach getan.</p>

<p>Ich möchte mich heute an die „Sowas kann mir nie passieren!“-Fraktion wenden und einmal meine Geschichte dazu erzählen.</p>

<p><a href="https://blog.jumpfruit.de/tag:EigeneGeschichte" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">EigeneGeschichte</span></a> <a href="https://blog.jumpfruit.de/tag:depression" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">depression</span></a> <a href="https://blog.jumpfruit.de/tag:NotJustSad" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">NotJustSad</span></a> <a href="https://blog.jumpfruit.de/tag:politik" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">politik</span></a> <a href="https://blog.jumpfruit.de/tag:gesellschaft" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">gesellschaft</span></a></p>



<h3 id="vor-2016">Vor 2016</h3>

<p>Trotz Gewalt in der Kindheit und Jugend, Mobbing und Ausgrenzung, Depression, ADHS und vermutlich auch Autismus habe ich es geschafft mich einigermaßen durchzuboxen. Ich habe zwei Ausbildungen gemacht, 3 Jahre bei der Telekom gearbeitet und dabei sogar Millionenprojekte geplant und beaufsichtigt.</p>

<p>Weil die Telekom ein furchtbar schlechter Arbeitgeber war (und vermutlich noch ist) bin ich dann von dort in das Unternehmen meiner Schwiegereltern gewechselt und habe dort die Leitung des Kundendienstes übernommen. Die Arbeit hat echt Spaß gemacht, das Mobbing durch die Kollegen … nicht so.</p>

<p>Ich hatte im Nebenerwerb noch ein eigenes IT-Unternehmen (Webhosting, TK Anlagen, IT Service), das auch recht gut lief und über das ich etwas Geld für die schönen Dinge des Lebens eingenommen habe. Ich habe quasi 16-18 Stunden jeden Tag gearbeitet.</p>

<p>Ich war verheiratet und unser erstes Kind war etwas unglaublich wundervolles. Zwei Jahre später war dann das Zweite unterwegs. Zu diesem Zeitpunkt ging es mir körperlich immer schlechter. Wenn morgens der Wecker klingelte war mir richtig übel und in der Regel habe ich dann erstmal die Toilette umarmt. Manchmal war es so schlimm, dass ich nicht zur Arbeit konnte.</p>

<p>Dann ging der medizinische Marathon los, aber es kristallisierte sich recht schnell heraus, dass es kein körperliches Problem war. Eine schlecht gemachte Magenspiegelung hat mir dann den Rest gegeben und ich bin einfach zusammengeklappt.</p>

<h3 id="2016">2016</h3>

<p>Dieses Jahr war geprägt vom Beginn meiner ambulanten Therapie, der Geburt unseres zweiten Kindes und allen möglichen Leuten, die meinten, ich solle einfach mal in eine Klinik gehen. Nach 6 Wochen wäre dann alles wieder in Ordnung und ich könnte wieder ganz normal arbeiten.</p>

<p>Ich war einfach nur am Ende und konnte mich nur vom Bett zum Rechner und wieder zurück schleppen. An Schlafen war trotzdem nicht zu denken und ich kämpfte sehr mit mir und den Schuldgefühlen, die von allen Seiten verstärkt wurden.</p>

<p>Dann mein erster Klinikaufenthalt. Natürlich war ich da schon im Krankengeld. Aus den 6 veranschlagten Wochen wurden 12 und es wurde auch klar, dass danach nicht wieder alles gut sein würde. Also meldete ich mein Gewerbe ab und kündigte bei meiner Schwiegermutter. Die verstand das überhaupt nicht. Das Bisschen Mobbing … da muss man doch drüber stehen!</p>

<p>Nach der Klinik ging es mir etwas besser und ich machte Pläne für die Zukunft. Ich suchte nach einem neuen Job und versuchte gleichzeitig wieder auf die Beine zu kommen.</p>

<h3 id="2017">2017</h3>

<p>Ich fand einen neuen Job. Der war zwar schlecht bezahlt, aber gut hatte ich noch nie verdient. Mein Ziel war das erstmal zu nutzen und mir aus dieser Sicherheit einen neuen Job zu suchen.</p>

<p>Dann trennte sich meine Frau von mir und das Bisschen Boden, dass ich mir hart erarbeitet hatte wurde mir unter den Füßen weggezogen.</p>

<p>Den Rest des Jahres habe ich dann mit Wohnungssuche, Umzug, der Schlammschlacht der Trennung, dem Kampf um jede Minute mit meinen Kindern, meiner schweren Depression und dem ersten Suizidversuch verbracht.</p>

<p>Durch die Trennung waren die beiden Kredite, die wir gemeinsam abbezahlten plötzlich nicht mehr tragbar und ich hatte in meiner Verzweiflung eine neue Wohnung irgendwie einrichten zu müssen weitere Schulden gemacht.</p>

<p>Ich lebte also 3 Wochen im Monat von Reis. Am ersten Tag kochen, am zweiten Tag mit etwas Öl braten. Trotzdem reichte das Geld vorne und hinten nicht, um die Schulden zu zahlen. Erste Pfändungsandrohungen lagen im Briefkasten.</p>

<p>Dann fing mein Arbeitgeber an, das Gehalt nicht mehr voll am 1. auszuzahlen. Es wurde am 1. nur die Hälfte gezahlt und am 15. die zweite Hälfte. Der Chef wollte ja schließlich 3 Mal im Jahr mit seiner Yacht übers Mittelmeer schippern.</p>

<p>Bis dahin hatte ich schon verzweifelt versucht, das Bisschen Geld, das ich hatte immer auf das größte Feuer zu werfen, um es klein zu halten. Ab diesem Punkt war das überhaupt nicht mehr möglich. Und ständig flatterten weitere Dinge ins Haus, die ich bezahlen sollte. Unterhalt für die Kinder z.B. Das Jugendamt war der Meinung ich hätte ja schließlich genug Geld dafür. Rundfunkgebühren. Klar, für etwas was ich gar nicht nutze habe ich definitiv Geld übrig …</p>

<h3 id="2018">2018</h3>

<p>Der Briefkasten war voll bis oben hin und ich hatte weder die Kraft, noch die Nerven das Ding jemals wieder zu öffnen. Jedes Klingeln an der Tür lies mich zusammenzucken und der Kühlschrank war immer noch leer.</p>

<p>Über den Jahreswechsel war ich wieder in der Klinik gewesen. Normalerweise hatte die eine Wartezeit von mehreren Monaten. Als die hörten und sahen in welchem Zustand ich war, haben sie mich sofort aufgenommen. Das führte dazu, dass mein Arbeitgeber sich entschied, meinen Vertrag nicht automatisch auf unbefristet zu verlängern.</p>

<p>Also … eigentlich hatte er sich entschieden, den Vertrag da zu beenden und schon angefangen wen neues zu suchen. Dann hatte aber ein Kollege sich für mich eingesetzt und mein Vertrag wurde dann erstmal wieder befristet verlängert. Als ich dann sagte, dass ich einen Schwerbehindertenausweis beantragt habe, war die Antwort: „Das sieht für deine Übernahme dann aber nicht gut aus!“.</p>

<p>Im Mai kam, was kommen musste. Bei einer Sitzung mit meiner ambulanten Therapeutin durfte ich nicht mehr nach hause gehen, sondern musste mit dem von ihr gerufenen Krankenwagen in die Psychiatrie fahren. 6 Wochen geschlossene Station, 9 Wochen offene Station. Mein Zustand bei der Entlassung, war wesentlich schlechter als bei der Aufnahme.</p>

<p>Mir wurde dann eine Traumatherapie in einer Klinik in der Nähe empfohlen, die ich dann auch gemacht habe. Währenddessen kam Post vom Gericht, wegen der Scheidung, die meine Exfrau eingereicht hatte und ich sollte Unterlagen und Dokumente liefern. Außerdem lief mein Krankengeld aus und mir wurde gesagt, dass ich an dem Tag dann zur Arbeitsagentur muss um ALG 1 zu beantragen. Was man mir nicht sagte war, dass man dort dann nur den Antrag ausgedruckt bekommt und wieder gehen darf. Also füllte ich alleine den Antrag aus und schickte ihn ab.</p>

<p>Meinen Vermieter warnte ich vor, dass ich nicht genau wisse, wie lange der Antrag brauchen würde. Am 5. des Monats drohte er mir dann mit Rauswurf, wenn das Geld nicht bis Ende der Woche eingehen würde. Die Arbeitsagentur hatte derweil den Antrag nicht bearbeitet, weil ich ein Kästchen, das auf mich nicht zutraf, nicht angekreuzt hatte. Ich fragte also bei Freunden, ob sie mir meine Miete vorstrecken könnten, damit ich nicht obdachlos würde. Wieder neue Schulden.</p>

<p>Ich wurde dann an meinem Geburtstag aus der Klinik entlassen, hatte weniger als 2€ in der Tasche und einen leeren Kühlschrank. Also saß ich abends in meiner Wohnung, mit knurrendem Magen, habe mir alleine Happy Birthday gesungen und mich dann in den Schlaf geweint.</p>

<h3 id="2019">2019</h3>

<p>Anfang des Jahres bekam ich dann einen gesetzlichen Betreuer. Der sichtete Die Unterlagen und kümmerte sich dann erstmal um einige grundlegende Dinge.</p>

<p>Den Kampf meine Kinder sehen zu können hatte ich immer noch. Wenigstens konnte ich den Gerichtsvollzieher, der vor meiner Tür stand mit dem Hinweis auf meinen Betreuer abwimmeln.</p>

<p>Dann ein Brief vom Anwalt meiner Mutter, die plötzlich 5.000€ von mir haben wollte. Dann das Ende von ALG 1 und Übergang in Hartz IV. Wieder dauerte der Antrag ewig und wieder drohte mein Vermieter mit Rauswurf. Im Nachhinein stellte sich raus, dass er mir aus den Nebenkostenabrechnungen der letzten beiden Jahre (die er wohlweislich nicht geschickt hatte) noch anderthalb Monatsmieten schuldete. Dadurch konnte ich diese Katastrophe abwenden.</p>

<p>Dann der nächste Klinikaufenthalt. 12 Mal Elektroschocks ins Gehirn. Erfolg: Nichts.</p>

<p>Mein Betreuer bereitete die Privatinsolvenz vor und es wurde einigermaßen ruhig um meinen Briefkasten, weil die Post dann an den Betreuer ging.</p>

<h3 id="2020">2020</h3>

<p>Corona und die ständig wechselnden Regeln ließen meine soziale Phobie explodieren. Ich war nicht einmal mehr fähig zur Waschmaschine im Keller zu gehen … oder zur Mülltonne.</p>

<p>Das Jobcenter machte Telefontermine und ich konnte immer nur sagen, dass es mir noch nicht besser geht. Bis es dann irgendwann hie0, dass Ewerbsminderungsrente beantragt werden soll.</p>

<h3 id="heute">Heute</h3>

<p>Heute lebe ich von Erwerbsminderungsrente, muss davon Unterhalt für meine Kinder an die Unterhaltsvorschusskasse zahlen. Außerdem sind in der Insolvenz die Rückstände des Unterhalts nicht aufgelöst wurden. Die muss ich jetzt trotzdem zurück zahlen. Ca. 10 Jahre lang. Damit liege ich jetzt unterhalb des Bürger*innengeld Satzes und ich kann mir sicher sein, dass selbst wenn es eine Rentenerhöhung geben sollte, dann wird diese vom Unterhalt geschluckt. Der Freibetrag hier ändert sich nämlich nicht.</p>

<p>Es kann verdammt schnell gehen von „Alles ist gut und ich lebe und arbeite so vor mich hin.“ zu „Ich stehe kurz davor unter der Brücke schlafen zu müssen.“</p>

<p>Ich kämpfe immer noch bei jede Einkauf damit, was ich mir leisten kann und was einfach zu teuer ist. Durch den festen Freibetrag beim Unterhalt stoße ich mit dem, was ich zum Leben habe an die Decke, während gleichzeitig alles mögliche teurer wird.</p>

<p>Meine Nebenkosten z.B. Ich habe für 2018 noch knapp 300€ zurück bekommen. Letztes Jahr musste ich nachzahlen. Und das ohne, dass ich heize. Meine Heizung ist immer aus. Mein Durchlauferhitzer fürs Warmwasser steht auf einem Drittel seiner Leistung und ich wasche mir mit kaltem Wasser die Haare, trotzdem habe ich jedes Jahr Angst vor der Stromrechnung.</p>

<p>Gleichzeitig feuert die Regierung und alle anderen da draußen ein Feuerwerk auf Menschen wie mich ab, dass ich mich fühle, als wären sie nur noch einen Schritt davon entfernt, mich einfach an der nächsten Straßenlampe zu lynchen.</p>
]]></content:encoded>
      <guid>https://blog.jumpfruit.de/geschichte-eines-faulenzers</guid>
      <pubDate>Mon, 13 Oct 2025 01:01:14 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Der Ochse und der Metzger</title>
      <link>https://blog.jumpfruit.de/der-ochse-und-der-metzger</link>
      <description>&lt;![CDATA[span class=&#34;content_warning&#34;CW: Mobbing, Gewalt gegen Kinder/span&#xA;&#xA;Vor ein paar Tagen habe ich meinen Tröt zu den FediSingles geschrieben. Jetzt meinten zwei Freundinnen, dass ich das eher negativ formuliert und meine ganzen guten Seiten nicht gewürdigt hätte. Nun kann ich allerdings wirklich nicht gut über mich selbst schreiben und eine Freundin hatte dann die Idee, dass ich als mein Alter Ego (der Ex-Imperator) schreibe. Leider sind dafür 500 Zeichen nicht ausreichend, deshalb mache ich das hier. Also, dann starten wir da jetzt mal rein. Bitte anschnallen nicht vergessen.&#xA;&#xA;#EigeneGeschichte #depression #NotJustSad&#xA;&#xA;!--more--&#xA;&#xA;Ich bin zerknirscht! Ja, zerknirscht. Ich sitze hier auf Hoth im Eis fest und ich könnte mich selbst ohrfeigen, weil ich es dazu habe kommen lassen. Möglicherweise habe ich auch genau das schon ein paar Mal zu oft getan in den letzten Tagen. Rek’kon Zuriv, Lord der Sith und Imperator … also … ja gut ... ehemaliger Imperator. Aber trotzdem. Verdammt!!!&#xA;&#xA;Als die Nachricht von Jumpfruit übers Holonetz reinkam war ich schon etwas erstaunt. Was bin ich denn? Ein Dating-Coach oder was? Junge, ich habe mein Imperium verloren, weil dieses … dieses … LAMINAT mir innerhalb von Sekunden den Kopf verdreht hat. Sollte ich wirklich Tipps fürs Onlinedating geben? Andererseits … er ist mein größter Fan und ich lebe mietfrei in seinem Kopf, also sollte ich vielleicht etwas zurückgeben.&#xA;&#xA;Es geht also diesmal nicht um mich (schlimm genug) sondern um Joachim. Ich kann euch sagen, hier in seinem Kopf zu leben ist echt komfortabel. Da ist so viel Platz, dass das ganze Star Wars Universum hier problemlos reinpasst und gleichzeitig noch Platz für viel anderen Kram ist. Hmmm … das hört sich vielleicht nicht so positiv an, wie ich es gemeint habe … Aber wenn der mich nach sowas hier fragt, ist dem ja auch völlig klar was dabei rauskommt.&#xA;&#xA;Jetzt sollte ich vielleicht mal beschreiben, wie er so als Mensch ist. Man sagt ihm nach er sei nett, humorvoll und habe ein riesiges Herz …&#xA;&#xA;Ok, Stop! So geht das nicht!&#xA;&#xA;An dieser Stelle musste ich abbrechen, weil ich erstmal 10 Minuten heulen musste. Was zur Hölle tue ich hier eigentlich?&#xA;&#xA;Onlinedating war für mich immer schon schwierig, frustrierend und erniedrigend. Ich habe das immer ernst genommen, mir Mühe gegeben, versucht die tollen Tipps zu beherzigen, die man so bekommt.&#xA;&#xA;Netter Text über dich selbst, das Profil vollständig ausfüllen, dabei aber immer authentisch sein und gleichzeitig aus der Masse herausstechen. Ein tolles, hübsches, perfektes Foto … ok, sowas gibt es von mir nicht. Bloß nicht zu verzweifelt klingen. Niemand möchte einen Partner, der verzweifelt ist.&#xA;&#xA;Ich kam mir immer vor wie auf dem Viehmarkt. Ich, der lahme, hässliche Ochse den niemand will. Mir ist bewusst, dass es vielen so geht, aber mit einer sozialen Phobie ist auch Onlinedating schon schwer genug.&#xA;&#xA;Die Wahrheit ist, ich bin verzweifelt. Natürlich bin ich das. Alles, was ich mir in meinem Leben wünsche ist etwas Liebe. Nur ein Bisschen. Ich bin mit echt wenig zufrieden, denn ich wurde noch nie geliebt. Ich war bestenfalls ein Werkzeug, das nach getaner Arbeit entsorgt wurde.&#xA;&#xA;Schon meine Mutter hat mich gehasst weil ich kein Mädchen war und weil meine Geburt ihre völlig zerstörte Ehe nicht wundergeheilt hat. Im Kindergarten war ich der Außenseiter, weil wir aus einem anderen Ort zugezogen waren, der grade mal 10Km entfernt lag. Das reichte schon aus, um Unterschriftenaktionen zu starten, damit wir wieder verschwinden sollten.&#xA;&#xA;Also wurde ich gemobbt und fertig gemacht. Von den Kindern, von den Erzieherinnen. Später in der Schule dann eben von den Lehrer\innen. Zu hause hat meine Mutter dafür gesorgt, dass ich quasi täglich vom Stiefvater verprügelt wurde.&#xA;&#xA;Ich war der Junge, der keine Freund\innen hatte. Mit dem niemand etwas zu tun haben wollte. Der acht Klassenkamerad\*innen zum Geburtstag einlud, die alle zusagten und dann niemand kam.&#xA;&#xA;Ich war der junge Mann, der immer versucht hat dazu zu gehören und sehr viele, auch sehr große Fehler gemacht hat.&#xA;&#xA;Ich bin der Mensch, der nicht in diese Welt gehört und trotzdem von allen Seiten immer wieder dazu gedrängt wird so zu tun, als wäre es anders.&#xA;&#xA;Ich bin der Idiot, der um jede Sekunde Zeit mit seinen Kindern kämpfen muss. Der sich einfach nur wünscht, dass es da draußen einen – nur einen einzigen – Menschen gäbe, der mich nicht nur mag sondern liebt.&#xA;&#xA;Ich bin immer nur falsch. Ich bin nie genug und egal wie sehr ich mich anstrenge ist es nie ausreichend.&#xA;&#xA;Ich möchte nur ein einziges Mal nicht alleine einschlafen und aufwachen müssen. Die Wärme eines anderen Menschen spüren und mich einfach mal anlehnen dürfen.&#xA;&#xA;Stattdessen stehe ich hier krank und hässlich auf dem Viehmarkt und versuche nicht zu verzweifelt zu gucken, während die Menschen an mir vorbei gehen und mich nur angewidert anschauen.&#xA;&#xA;Ich habe so viel zu geben. So viele Liebe, Leidenschaft, Empathie. Niemand möchte auch nur einen Krümel davon haben.&#xA;&#xA;Ja, ich bin verzweifelt. Vielleicht findet sich ja ein Metzger hier, der diese Qual einfach beendet. Zur Belustigung aller anderen.]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><span class="content_warning">CW: Mobbing, Gewalt gegen Kinder</span></p>

<p>Vor ein paar Tagen habe ich meinen Tröt zu den FediSingles geschrieben. Jetzt meinten zwei Freundinnen, dass ich das eher negativ formuliert und meine ganzen guten Seiten nicht gewürdigt hätte. Nun kann ich allerdings wirklich nicht gut über mich selbst schreiben und eine Freundin hatte dann die Idee, dass ich als mein Alter Ego (der Ex-Imperator) schreibe. Leider sind dafür 500 Zeichen nicht ausreichend, deshalb mache ich das hier. Also, dann starten wir da jetzt mal rein. Bitte anschnallen nicht vergessen.</p>

<p><a href="https://blog.jumpfruit.de/tag:EigeneGeschichte" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">EigeneGeschichte</span></a> <a href="https://blog.jumpfruit.de/tag:depression" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">depression</span></a> <a href="https://blog.jumpfruit.de/tag:NotJustSad" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">NotJustSad</span></a></p>



<p>Ich bin zerknirscht! Ja, zerknirscht. Ich sitze hier auf Hoth im Eis fest und ich könnte mich selbst ohrfeigen, weil ich es dazu habe kommen lassen. Möglicherweise habe ich auch genau das schon ein paar Mal zu oft getan in den letzten Tagen. Rek’kon Zuriv, Lord der Sith und Imperator … also … ja gut ... ehemaliger Imperator. Aber trotzdem. Verdammt!!!</p>

<p>Als die Nachricht von Jumpfruit übers Holonetz reinkam war ich schon etwas erstaunt. Was bin ich denn? Ein Dating-Coach oder was? Junge, ich habe mein Imperium verloren, weil dieses … dieses … LAMINAT mir innerhalb von Sekunden den Kopf verdreht hat. Sollte ich wirklich Tipps fürs Onlinedating geben? Andererseits … er ist mein größter Fan und ich lebe mietfrei in seinem Kopf, also sollte ich vielleicht etwas zurückgeben.</p>

<p>Es geht also diesmal nicht um mich (schlimm genug) sondern um Joachim. Ich kann euch sagen, hier in seinem Kopf zu leben ist echt komfortabel. Da ist so viel Platz, dass das ganze Star Wars Universum hier problemlos reinpasst und gleichzeitig noch Platz für viel anderen Kram ist. Hmmm … das hört sich vielleicht nicht so positiv an, wie ich es gemeint habe … Aber wenn der mich nach sowas hier fragt, ist dem ja auch völlig klar was dabei rauskommt.</p>

<p>Jetzt sollte ich vielleicht mal beschreiben, wie er so als Mensch ist. Man sagt ihm nach er sei nett, humorvoll und habe ein riesiges Herz …</p>

<p>Ok, Stop! So geht das nicht!</p>

<p>An dieser Stelle musste ich abbrechen, weil ich erstmal 10 Minuten heulen musste. Was zur Hölle tue ich hier eigentlich?</p>

<p>Onlinedating war für mich immer schon schwierig, frustrierend und erniedrigend. Ich habe das immer ernst genommen, mir Mühe gegeben, versucht die tollen Tipps zu beherzigen, die man so bekommt.</p>

<p>Netter Text über dich selbst, das Profil vollständig ausfüllen, dabei aber immer authentisch sein und gleichzeitig aus der Masse herausstechen. Ein tolles, hübsches, perfektes Foto … ok, sowas gibt es von mir nicht. Bloß nicht zu verzweifelt klingen. Niemand möchte einen Partner, der verzweifelt ist.</p>

<p>Ich kam mir immer vor wie auf dem Viehmarkt. Ich, der lahme, hässliche Ochse den niemand will. Mir ist bewusst, dass es vielen so geht, aber mit einer sozialen Phobie ist auch Onlinedating schon schwer genug.</p>

<p>Die Wahrheit ist, ich bin verzweifelt. Natürlich bin ich das. Alles, was ich mir in meinem Leben wünsche ist etwas Liebe. Nur ein Bisschen. Ich bin mit echt wenig zufrieden, denn ich wurde noch nie geliebt. Ich war bestenfalls ein Werkzeug, das nach getaner Arbeit entsorgt wurde.</p>

<p>Schon meine Mutter hat mich gehasst weil ich kein Mädchen war und weil meine Geburt ihre völlig zerstörte Ehe nicht wundergeheilt hat. Im Kindergarten war ich der Außenseiter, weil wir aus einem anderen Ort zugezogen waren, der grade mal 10Km entfernt lag. Das reichte schon aus, um Unterschriftenaktionen zu starten, damit wir wieder verschwinden sollten.</p>

<p>Also wurde ich gemobbt und fertig gemacht. Von den Kindern, von den Erzieherinnen. Später in der Schule dann eben von den Lehrer*innen. Zu hause hat meine Mutter dafür gesorgt, dass ich quasi täglich vom Stiefvater verprügelt wurde.</p>

<p>Ich war der Junge, der keine Freund*innen hatte. Mit dem niemand etwas zu tun haben wollte. Der acht Klassenkamerad*innen zum Geburtstag einlud, die alle zusagten und dann niemand kam.</p>

<p>Ich war der junge Mann, der immer versucht hat dazu zu gehören und sehr viele, auch sehr große Fehler gemacht hat.</p>

<p>Ich bin der Mensch, der nicht in diese Welt gehört und trotzdem von allen Seiten immer wieder dazu gedrängt wird so zu tun, als wäre es anders.</p>

<p>Ich bin der Idiot, der um jede Sekunde Zeit mit seinen Kindern kämpfen muss. Der sich einfach nur wünscht, dass es da draußen einen – nur einen einzigen – Menschen gäbe, der mich nicht nur mag sondern liebt.</p>

<p>Ich bin immer nur falsch. Ich bin nie genug und egal wie sehr ich mich anstrenge ist es nie ausreichend.</p>

<p>Ich möchte nur ein einziges Mal nicht alleine einschlafen und aufwachen müssen. Die Wärme eines anderen Menschen spüren und mich einfach mal anlehnen dürfen.</p>

<p>Stattdessen stehe ich hier krank und hässlich auf dem Viehmarkt und versuche nicht zu verzweifelt zu gucken, während die Menschen an mir vorbei gehen und mich nur angewidert anschauen.</p>

<p>Ich habe so viel zu geben. So viele Liebe, Leidenschaft, Empathie. Niemand möchte auch nur einen Krümel davon haben.</p>

<p>Ja, ich bin verzweifelt. Vielleicht findet sich ja ein Metzger hier, der diese Qual einfach beendet. Zur Belustigung aller anderen.</p>
]]></content:encoded>
      <guid>https://blog.jumpfruit.de/der-ochse-und-der-metzger</guid>
      <pubDate>Sat, 04 Oct 2025 21:56:03 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Hashtags</title>
      <link>https://blog.jumpfruit.de/hashtags</link>
      <description>&lt;![CDATA[Ich nutze in meinen Blogposts Hashtags um sie etwas in Kategorien einzuordnen. Hier gibt es eine Auflistung der Hashtags und was Dich darunter erwartet.&#xA;&#xA;!--more--&#xA;&#xA;StarWars&#xA;&#xA;  Unter diesem Hashtag findest Du alles, was ich zu Star Wars poste. Das kann z.B. Fanfiction sein … oder aber ich bin wieder in ein Rabbit Hole zu einem Thema gefallen und lasse Dich ebenfalls darunter leiden ;-)&#xA;&#xA;fanfiction&#xA;&#xA;  Unter diesem Hashtag veröffentliche ich meine Star Wars Fanfiction. Also Geschichten, die innerhalb des Star Wars Universums spielen, aber von mir stammen und in keiner Weise offiziell von Disney genehmigt sind oder vermarktet werden.&#xA;&#xA;JumpysBrew&#xA;&#xA;  Dieser Hashtag beinhaltet Geschichten, die ich selbst geschrieben habe, die aber nicht zu Star Wars gehören.&#xA;&#xA;nerdkram&#xA;&#xA;  Hier Poste ich, wenn ich mal wieder einen Hyperfokus auf ein Nischenthema hatte und glaube, es könnte Dich vielleicht auch interessieren.&#xA;&#xA;#depression #NotJustSad&#xA;&#xA;  Diese beiden Hashtags stehen eigentlich für das Gleiche, aber da sie unterschiedlich bekannt sind nutze ich beide. Es geht darin um (meine) Depression.&#xA;&#xA;EigeneGeschichte&#xA;&#xA;  Unter diesem Hashtag poste ich Dinge aus meinem Leben. In der Regel traumatische Erlebnisse, die mit meinen Erkrankungen zusammen hängen.&#xA;&#xA;politik&#xA;&#xA;  Wenn ich mich mal berufen fühle, meine Gedanken über politische Themen zu Bloggen, nutze ich diesen Hashtag.&#xA;&#xA;gesellschaft&#xA;&#xA;  Mit diesem Hashtag meine ich Gesellschaftspolitik. Also, falls ich mal wieder an der Menschheit verzweifle, erfahrt ihr es hier.&#xA;&#xA;Warum sind manche Hashtags durchgehend klein geschrieben, andere aber in Groß-Klein-Schreibung?&#xA;&#xA;Hashtags werden in der Regel durchgehend klein geschrieben. Um die Lesbarkeit, grade auch für Menschen mit Einschränkungen bei der Sicht, zu verbessern nutze ich die sog. „Camel-Case“ Schreibweise, wenn ein Hashtag aus mehr als einem Wort besteht. Dabei wird der erste Buchstabe jeden Wortes groß geschrieben, auch wenn es ein Wort ist, das normalerweise klein geschrieben würde.]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Ich nutze in meinen Blogposts Hashtags um sie etwas in Kategorien einzuordnen. Hier gibt es eine Auflistung der Hashtags und was Dich darunter erwartet.</p>



<p><a href="https://blog.jumpfruit.de/tag:StarWars" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">StarWars</span></a></p>

<blockquote><p>Unter diesem Hashtag findest Du alles, was ich zu Star Wars poste. Das kann z.B. Fanfiction sein … oder aber ich bin wieder in ein Rabbit Hole zu einem Thema gefallen und lasse Dich ebenfalls darunter leiden ;–)</p></blockquote>

<p><a href="https://blog.jumpfruit.de/tag:fanfiction" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">fanfiction</span></a></p>

<blockquote><p>Unter diesem Hashtag veröffentliche ich meine Star Wars Fanfiction. Also Geschichten, die innerhalb des Star Wars Universums spielen, aber von mir stammen und in keiner Weise offiziell von Disney genehmigt sind oder vermarktet werden.</p></blockquote>

<p><a href="https://blog.jumpfruit.de/tag:JumpysBrew" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">JumpysBrew</span></a></p>

<blockquote><p>Dieser Hashtag beinhaltet Geschichten, die ich selbst geschrieben habe, die aber nicht zu Star Wars gehören.</p></blockquote>

<p><a href="https://blog.jumpfruit.de/tag:nerdkram" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">nerdkram</span></a></p>

<blockquote><p>Hier Poste ich, wenn ich mal wieder einen Hyperfokus auf ein Nischenthema hatte und glaube, es könnte Dich vielleicht auch interessieren.</p></blockquote>

<p><a href="https://blog.jumpfruit.de/tag:depression" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">depression</span></a> <a href="https://blog.jumpfruit.de/tag:NotJustSad" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">NotJustSad</span></a></p>

<blockquote><p>Diese beiden Hashtags stehen eigentlich für das Gleiche, aber da sie unterschiedlich bekannt sind nutze ich beide. Es geht darin um (meine) Depression.</p></blockquote>

<p><a href="https://blog.jumpfruit.de/tag:EigeneGeschichte" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">EigeneGeschichte</span></a></p>

<blockquote><p>Unter diesem Hashtag poste ich Dinge aus meinem Leben. In der Regel traumatische Erlebnisse, die mit meinen Erkrankungen zusammen hängen.</p></blockquote>

<p><a href="https://blog.jumpfruit.de/tag:politik" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">politik</span></a></p>

<blockquote><p>Wenn ich mich mal berufen fühle, meine Gedanken über politische Themen zu Bloggen, nutze ich diesen Hashtag.</p></blockquote>

<p><a href="https://blog.jumpfruit.de/tag:gesellschaft" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">gesellschaft</span></a></p>

<blockquote><p>Mit diesem Hashtag meine ich Gesellschaftspolitik. Also, falls ich mal wieder an der Menschheit verzweifle, erfahrt ihr es hier.</p></blockquote>

<p><strong>Warum sind manche Hashtags durchgehend klein geschrieben, andere aber in Groß-Klein-Schreibung?</strong></p>

<p>Hashtags werden in der Regel durchgehend klein geschrieben. Um die Lesbarkeit, grade auch für Menschen mit Einschränkungen bei der Sicht, zu verbessern nutze ich die sog. „Camel-Case“ Schreibweise, wenn ein Hashtag aus mehr als einem Wort besteht. Dabei wird der erste Buchstabe jeden Wortes groß geschrieben, auch wenn es ein Wort ist, das normalerweise klein geschrieben würde.</p>
]]></content:encoded>
      <guid>https://blog.jumpfruit.de/hashtags</guid>
      <pubDate>Tue, 08 Jul 2025 23:23:50 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Trägheitsprinzip</title>
      <link>https://blog.jumpfruit.de/tragheitsprinzip</link>
      <description>&lt;![CDATA[Nein, ich rede nicht über das 1. Newtonsche Gesetz in der Physik. Ich möchte euch mal wieder einen kleinen Einblick in mein Leben mit Depression geben.&#xA;&#xA;#depression #NotJustSad #EigeneGeschichte&#xA;&#xA;!--more--&#xA;&#xA;Es ist immer wieder schwer Menschen, die soetwas noch nie erlebt haben zu erklären, wie Depression funktioniert und was sie mit einem macht. Es gibt einfach keine Worte, die beschreiben können, was da in mir vorgeht. Andere Menschen hören dann nur wenn ich von keine Energie, kein Antrieb und völliger Erschöpfung rede und denken sich:&#xA;&#xA;    „Der ist einfach nur faul.“&#xA;    “Stell dich nicht so an und krieg deinen Scheiß hin.“&#xA;    “Du musst dir halt selbst mal in den Hintern treten!“&#xA;  Wie soll man auch jemandem erklären, dass man nicht die Energie hat aus dem Bett aufzustehen? Dass man da liegt und fast ins Bett macht, weil man die Energie nicht aufbringen kann, die Decke wegzuschieben. Weil schon alleine das Atmen so viel Energie frisst, dass es einen völlig erschöpft.&#xA;&#xA;Und dann gibt es andere Dinge, die (zumindest einigermaßen) funktionieren.&#xA;&#xA;Ein Beispiel:&#xA;&#xA;In meiner Küche steht seit einer Woche schmutziges Geschirr und wartet auf die Säuberung. Es ist nicht so viel und es wäre vermutlich in 20 Minuten erledigt. Mir fehlt dafür aber die Energie. Es fühlt sich an, als würden an jedem Teil meines Körpers Bleigewichte hängen. An Jedem Arm, jedem Bein, an den Händen, ja sogar an den Fingern. Es ist mühsam nach dem wach werden die Augen zu öffnen oder überhaupt erstmal wach zu werden. Als würde mein Verstand ebenfalls mit Gewichten am Boden gehalten.&#xA;&#xA;Dann kommt das Problem Hunger. Um dieses Problem zu lösen sollte ich Spülen. Oder ich könnte mir die Baguettes aus dem Gefrierfach in den Backofen schieben. Oder das Fladenbrot aufbacken. Oder wenigstens einen Apfel aus dem Kühlschrank essen. Aber selbst das geht nicht, weil das aus dem Kühlschrank nehmen und Waschen zu viel ist.&#xA;&#xA;Der Hunger geht davon natürlich nicht weg. Also was mache ich? Ich bestelle mir beim Lieferservice was zu essen. Dafür habe ich nun wirklich kein Geld, aber verhungern ist ja auch keine Option.&#xA;&#xA;Gleichzeitig kann ich aber hier sitzen und Blogposts schreiben. Ich habe gestern sogar eine kurze Geschichte für einen besonderen Menschen geschrieben. Manche Dinge funktionieren einigermaßen und ich habe keine Ahnung warum.&#xA;&#xA;Dieses Beispiel gilt hier natürlich nur für mich. Jeder Mensch und jede Depression ist anders. Es gibt eben Symptome, die viele von uns haben und Symptome, die eher seltener sind. Bei mir kommt auch noch das ADHS und vermutlich auch Autismus mit dazu. Die haben dann auch wieder ihre ganz eigenen Auswirkungen.&#xA;&#xA;Mit diesem Post möchte ich sagen: Habt Verständnis, habt Mitgefühl (kein Mitleid!), seid Menschen!&#xA;&#xA;Und an meine Leidensgenoss\innen möchte ich sagen: Du bist nicht allein. Ich sehe dich!*]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Nein, ich rede nicht über das 1. Newtonsche Gesetz in der Physik. Ich möchte euch mal wieder einen kleinen Einblick in mein Leben mit Depression geben.</p>

<p><a href="https://blog.jumpfruit.de/tag:depression" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">depression</span></a> <a href="https://blog.jumpfruit.de/tag:NotJustSad" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">NotJustSad</span></a> <a href="https://blog.jumpfruit.de/tag:EigeneGeschichte" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">EigeneGeschichte</span></a></p>



<p>Es ist immer wieder schwer Menschen, die soetwas noch nie erlebt haben zu erklären, wie Depression funktioniert und was sie mit einem macht. Es gibt einfach keine Worte, die beschreiben können, was da in mir vorgeht. Andere Menschen hören dann nur wenn ich von keine Energie, kein Antrieb und völliger Erschöpfung rede und denken sich:</p>

<blockquote><p>„Der ist einfach nur faul.“</p>

<p>“Stell dich nicht so an und krieg deinen Scheiß hin.“</p>

<p>“Du musst dir halt selbst mal in den Hintern treten!“</p></blockquote>

<p>Wie soll man auch jemandem erklären, dass man nicht die Energie hat aus dem Bett aufzustehen? Dass man da liegt und fast ins Bett macht, weil man die Energie nicht aufbringen kann, die Decke wegzuschieben. Weil schon alleine das Atmen so viel Energie frisst, dass es einen völlig erschöpft.</p>

<p>Und dann gibt es andere Dinge, die (zumindest einigermaßen) funktionieren.</p>

<p><strong>Ein Beispiel:</strong></p>

<p>In meiner Küche steht seit einer Woche schmutziges Geschirr und wartet auf die Säuberung. Es ist nicht so viel und es wäre vermutlich in 20 Minuten erledigt. Mir fehlt dafür aber die Energie. Es fühlt sich an, als würden an jedem Teil meines Körpers Bleigewichte hängen. An Jedem Arm, jedem Bein, an den Händen, ja sogar an den Fingern. Es ist mühsam nach dem wach werden die Augen zu öffnen oder überhaupt erstmal wach zu werden. Als würde mein Verstand ebenfalls mit Gewichten am Boden gehalten.</p>

<p>Dann kommt das Problem Hunger. Um dieses Problem zu lösen sollte ich Spülen. Oder ich könnte mir die Baguettes aus dem Gefrierfach in den Backofen schieben. Oder das Fladenbrot aufbacken. Oder wenigstens einen Apfel aus dem Kühlschrank essen. Aber selbst das geht nicht, weil das aus dem Kühlschrank nehmen und Waschen zu viel ist.</p>

<p>Der Hunger geht davon natürlich nicht weg. Also was mache ich? Ich bestelle mir beim Lieferservice was zu essen. Dafür habe ich nun wirklich kein Geld, aber verhungern ist ja auch keine Option.</p>

<p>Gleichzeitig kann ich aber hier sitzen und Blogposts schreiben. Ich habe gestern sogar eine kurze Geschichte für einen besonderen Menschen geschrieben. Manche Dinge funktionieren einigermaßen und ich habe keine Ahnung warum.</p>

<p>Dieses Beispiel gilt hier natürlich nur für mich. Jeder Mensch und jede Depression ist anders. Es gibt eben Symptome, die viele von uns haben und Symptome, die eher seltener sind. Bei mir kommt auch noch das ADHS und vermutlich auch Autismus mit dazu. Die haben dann auch wieder ihre ganz eigenen Auswirkungen.</p>

<p><em>Mit diesem Post möchte ich sagen: Habt Verständnis, habt Mitgefühl (kein Mitleid!), seid Menschen!</em></p>

<p><em>Und an meine Leidensgenoss*innen möchte ich sagen: Du bist nicht allein. Ich sehe dich!</em></p>
]]></content:encoded>
      <guid>https://blog.jumpfruit.de/tragheitsprinzip</guid>
      <pubDate>Sun, 06 Jul 2025 14:11:49 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Hoffnungslos</title>
      <link>https://blog.jumpfruit.de/hoffnungslos</link>
      <description>&lt;![CDATA[span class=&#34;content_warning&#34;CW: Depressive Gedanken, Gewalt, suizidale Gedanken/span&#xA;&#xA;Ich musste da grade mal was schreiben. Nein, es ist nichts schlimmes. Ja, es ist alles in Ordnung. Es musste nur mal raus.&#xA;&#xA;#depression #NotJustSad #EigeneGeschichte&#xA;&#xA;!--more--&#xA;&#xA;Und dann sitze ich hier und spüre wie die Tränen meine Wangen hinab laufen. Alles was ich sehe ist undurchdringliche Dunkelheit. Alles was in mir ist, ist eine Leere, die so tief in meine Seele reicht, dass ich das Gefühl habe, sie kommt hinter mir wieder heraus. Eine Leere, die nichts und niemand füllen kann. Eine Dunkelheit, die nichts und niemand erleuchten kann. Hoffnungslos. Schmerzhaft. Einsam.&#xA;&#xA;Es verschlingt mich, presst mich durch einen Fleischwolf und erbricht mich wieder. Es gibt keinen Anfang, aber vor allem kein Ende. Immer weiter werde ich verschlungen.&#xA;&#xA;Tausend Dinge schießen mir durch den Kopf. Erlebnisse. Von heute, gestern, letztem Jahr, vor zwanzig Jahren und weit davor. Schmerz. Erniedrigung. Scham.&#xA;&#xA;Und Dunkelheit. Sie ist schon mein Begleiter solange ich denke konnte. Mit 7 Jahren wollte ich zum ersten Mal wirklich sterben. Sterben um diesem Leben zu entkommen. Der Gewalt, dem ausgeschlossen werden, dem immer falsch sein.&#xA;&#xA;Damals hatte ich noch die Hoffnung, das würde alles besser werden, wenn ich 18 bin und dann endlich mein eigenes Leben leben kann. Heute weiß ich, dass ich dieses Gefängnis mitgenommen habe. Mitgenommen wohin ich auch geflüchtet, wie alt ich auch geworden bin.&#xA;&#xA;Alles was ich immer wollte war dazugehören, genug und richtig sein. Geliebt werden. Bekommen habe ich Hass, Schuld, Ausgrenzung. Ich wollte ein Mensch sein und wurde zum Monster gemacht.&#xA;&#xA;Mein ganzes Leben habe ich gekämpft. Gekämpft genug zu sein, dazu zu gehören, etwas Liebe zu verdienen. Bekommen habe ich Dunkelheit. Und diese unendliche Leere. Und das völlige Chaos in meinem Kopf. Stille. Ich wünsche mir Stille!&#xA;&#xA;Ich habe gekämpft und immer wieder verloren. Immer wieder bin ich aufgestanden und habe weiter gekämpft. Trotz der Depression. Trotzdem ich keine Energie hatte. Immer war ich genug, nicht richtig. Ich habe weitaus mehr Energie verbrannt als ich hatte.&#xA;&#xA;Immer war ich falsch. Meine Interessen, meine Hobbies, meine Art mich zu kleiden oder zu reden. Nie war irgendwas richtig. Immer musste ich mich rechtfertigen. Ich habe Gearbeitet bis zum völligen Zusammenbruch und als ich heulend am Boden lag und um Hilfe gebettelt habe, wurde ich weggestoßen, weil ich nicht genug getan hatte.&#xA;&#xA;Ich habe Monat und Monat in Kliniken verbracht. Unzählige Medikamente und Therapien wurden an mir ausprobiert. Am Ende sogar 12 Elektroschocks ins Gehirn. Und als das alles nichts gebracht hat, war ich wieder schuld. „Sie müssen sich auch selbst helfen“ wurde mir gesagt und dann wurde ich aus der Klinik entlassen.&#xA;&#xA;Und dann habe ich aufgegeben. Ich habe entschieden, nicht weiter zu kämpfen. Ich habe entschieden einfach liegen zu bleiben. Ich habe entschieden, nicht wieder die ewige Suche nach Therapie zu machen. Nicht wieder eine\n Ärzt\in zu suchen, die noch andere Medikamente ausprobiert.&#xA;&#xA;Ich möchte nicht mehr gequält werden. Nicht mehr Versuchskaninchen sein. Nicht mehr all die Nebenwirkungen der Medikamente durchmachen. Nicht wieder in verständnislose Gesichter blicken, die mich nicht ernst nehmen oder mir mein Erleben absprechen.&#xA;&#xA;Ich bin 41 Jahre alt und habe nun wirklich genug gekämpft, bin oft genug gefallen und habe weiter gemacht. Immer und immer und immer wieder. Ich möchte Stille. Einfach nur Stille. In meinem Kopf, meiner Welt, überall.&#xA;&#xA;Heute sehe ich teilnahmslos dabei zu wie die Dunkelheit mich verschlingt. Fast so, als wäre ich gar nicht beteiligt. Es ist schon unzählige Male geschehen und wird noch viele Male geschehen. Aus diesem Kreislauf gibt es kein Entkommen!]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><span class="content_warning">CW: Depressive Gedanken, Gewalt, suizidale Gedanken</span></p>

<p>Ich musste da grade mal was schreiben. Nein, es ist nichts schlimmes. Ja, es ist alles in Ordnung. Es musste nur mal raus.</p>

<p><a href="https://blog.jumpfruit.de/tag:depression" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">depression</span></a> <a href="https://blog.jumpfruit.de/tag:NotJustSad" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">NotJustSad</span></a> <a href="https://blog.jumpfruit.de/tag:EigeneGeschichte" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">EigeneGeschichte</span></a></p>



<p>Und dann sitze ich hier und spüre wie die Tränen meine Wangen hinab laufen. Alles was ich sehe ist undurchdringliche Dunkelheit. Alles was in mir ist, ist eine Leere, die so tief in meine Seele reicht, dass ich das Gefühl habe, sie kommt hinter mir wieder heraus. Eine Leere, die nichts und niemand füllen kann. Eine Dunkelheit, die nichts und niemand erleuchten kann. Hoffnungslos. Schmerzhaft. Einsam.</p>

<p>Es verschlingt mich, presst mich durch einen Fleischwolf und erbricht mich wieder. Es gibt keinen Anfang, aber vor allem kein Ende. Immer weiter werde ich verschlungen.</p>

<p>Tausend Dinge schießen mir durch den Kopf. Erlebnisse. Von heute, gestern, letztem Jahr, vor zwanzig Jahren und weit davor. Schmerz. Erniedrigung. Scham.</p>

<p>Und Dunkelheit. Sie ist schon mein Begleiter solange ich denke konnte. Mit 7 Jahren wollte ich zum ersten Mal wirklich sterben. Sterben um diesem Leben zu entkommen. Der Gewalt, dem ausgeschlossen werden, dem immer falsch sein.</p>

<p>Damals hatte ich noch die Hoffnung, das würde alles besser werden, wenn ich 18 bin und dann endlich mein eigenes Leben leben kann. Heute weiß ich, dass ich dieses Gefängnis mitgenommen habe. Mitgenommen wohin ich auch geflüchtet, wie alt ich auch geworden bin.</p>

<p>Alles was ich immer wollte war dazugehören, genug und richtig sein. Geliebt werden. Bekommen habe ich Hass, Schuld, Ausgrenzung. Ich wollte ein Mensch sein und wurde zum Monster gemacht.</p>

<p>Mein ganzes Leben habe ich gekämpft. Gekämpft genug zu sein, dazu zu gehören, etwas Liebe zu verdienen. Bekommen habe ich Dunkelheit. Und diese unendliche Leere. Und das völlige Chaos in meinem Kopf. Stille. Ich wünsche mir Stille!</p>

<p>Ich habe gekämpft und immer wieder verloren. Immer wieder bin ich aufgestanden und habe weiter gekämpft. Trotz der Depression. Trotzdem ich keine Energie hatte. Immer war ich genug, nicht richtig. Ich habe weitaus mehr Energie verbrannt als ich hatte.</p>

<p>Immer war ich falsch. Meine Interessen, meine Hobbies, meine Art mich zu kleiden oder zu reden. Nie war irgendwas richtig. Immer musste ich mich rechtfertigen. Ich habe Gearbeitet bis zum völligen Zusammenbruch und als ich heulend am Boden lag und um Hilfe gebettelt habe, wurde ich weggestoßen, weil ich nicht genug getan hatte.</p>

<p>Ich habe Monat und Monat in Kliniken verbracht. Unzählige Medikamente und Therapien wurden an mir ausprobiert. Am Ende sogar 12 Elektroschocks ins Gehirn. Und als das alles nichts gebracht hat, war ich wieder schuld. „Sie müssen sich auch selbst helfen“ wurde mir gesagt und dann wurde ich aus der Klinik entlassen.</p>

<p>Und dann habe ich aufgegeben. Ich habe entschieden, nicht weiter zu kämpfen. Ich habe entschieden einfach liegen zu bleiben. Ich habe entschieden, nicht wieder die ewige Suche nach Therapie zu machen. Nicht wieder eine*n Ärzt*in zu suchen, die noch andere Medikamente ausprobiert.</p>

<p>Ich möchte nicht mehr gequält werden. Nicht mehr Versuchskaninchen sein. Nicht mehr all die Nebenwirkungen der Medikamente durchmachen. Nicht wieder in verständnislose Gesichter blicken, die mich nicht ernst nehmen oder mir mein Erleben absprechen.</p>

<p>Ich bin 41 Jahre alt und habe nun wirklich genug gekämpft, bin oft genug gefallen und habe weiter gemacht. Immer und immer und immer wieder. Ich möchte Stille. Einfach nur Stille. In meinem Kopf, meiner Welt, überall.</p>

<p>Heute sehe ich teilnahmslos dabei zu wie die Dunkelheit mich verschlingt. Fast so, als wäre ich gar nicht beteiligt. Es ist schon unzählige Male geschehen und wird noch viele Male geschehen. Aus diesem Kreislauf gibt es kein Entkommen!</p>
]]></content:encoded>
      <guid>https://blog.jumpfruit.de/hoffnungslos</guid>
      <pubDate>Mon, 30 Jun 2025 20:15:03 +0000</pubDate>
    </item>
  </channel>
</rss>